Schmiedeberg unter Dampf....

IG Schmiedeberg aktiv!

Schmiedeberg

Schmiedeberg wurde 1412 erstmals in einer Urkunde als "nuwen Smedewerk"  erwähnt. 

Die  Besiedlung der Region begann mit Sicherheit wesenlich früher, denn die aktuellen archäologischen Funde im Pöbeltal weisen Bergbau schon im 12./13. Jahrhundert nach. Bergbau und Eisenverarbeitung waren entscheidend für die Entwicklung Schmiedebergs.  Einige Gebäude und Relikte künden noch vom Wirken verschiedenster Besitzer, die das Bild des Ortes prägten.

 

Rittergut

Das Rittergut am Eingang zum Pöbeltal (heute Gemeindeamt, Bürgerbüro) war Zentrum der gesamten Herrschaft und auch stattlicher Wohnsitz der jeweiligen Herren.

Aus einem "rundgebauten, sogenannten Raubschlösschen in der Mitte mit einem breiten runden Turm" (1511) wurde 1666  eine florierende Anlage mit Ringmauer, einem stattlichen Herrenhaus, Gebäuden für Bedienstete und Vieh, Saigerturm mit Gefängnis, Hofemühle, Erbschänke, Malz-und Brauhaus und Bierkeller. Über dem Eingang des früheren Rentamt erinnert das originale Adelswappen von 1670  an den Herren dieser Zeit, dem Sänger Bartholomaus de Sorlisi. Mit städischen Rechten, dem Marktrecht für zwei Jahrmärkten und den Zuzug von Handwerkern verwandelte er den Ort in einen Marktflecken

 

Hammerhaus und Hochofen

1591 entstand am Hammerhaus in der "Crockschen Hütt"der erste Hochofen. Der Standort unterhalb des Ortes war der ursprüngliche Platz zur Verschmelzung geringer Silbererze und Schlacken; seinerzeit wohlbekannt, denn selbst aus dem Scharfenberger Bergbauanlagen kam die Bitte "die Erze, so sie erbauen, in der Hütte zu Schmidtberg schmelzen lassen zu dürfen".

Im 18. Jahrhundert erfuhr die Eisenverarbeitung im Ort, nun am südlichen Ende des Ortes, bedeutende Erweiterung.

Kleine Hämmer blieben weiter bestehen. So der Eisenhammer hinter dem Herrenhof, der mit der Lieferung großer Ringanker für die Kuppel der Frauenkirche 1734 Spuren in den Dresdner Bauakten hinterlassen hat.

 

George Bähr-Kirche

Mit Freiherr Aegidius von Alemann und der Altenberger Zwitterstocksgewerkschaft, an die 1695 Schmiedeberg überging, bekam der Ort bedeutenden  wirtschaftlichen Aufschwung.

Alemann bewirkte auch für die Bewohner des Ortes eine eigene Kirchgemeinde, den Bau des Pfarrhauses, der Kirchschule und den Bau einer eigenen Kirche, die er vom Baumeister George Bähr errichten ließ. Bähr plante ursprünglich eine Kuppelform, die aber wegen zu hoher Kosten nicht ausgeführt wurde. Es ist nun wohl die "kleine bescheidene Schwester" der Frauerkirche in Dresden (1926-43) geworden.

Die Kirche "Zur heiligen Dreifaltigkeit" wurde 1713-16 von George Bähr erbaut.

Der Grundriss ist ein  griechisches Kreuz mit kurzen Armen. Walmdächer und zentraler Glockenturm bestimmen die Silhouette. Symmetrie ist dominierend.

Über dem Kircheneingang ist eine gusseiserne Platte mit einem Chronostichon (Jahreszahlenvers) eingelassen. Die goldenen Buchstaben des Verses bilden als römische Zahl das Jahr 1716. Die Platte wurde als Kunstguss im Eisenwerk Schmiedeberg gegossen.

Im Inneren bilden dreigeschossige Holzemporen ein Achteck. Die Blickrichtung beim Eintreten führt zum reichgebildeten Taufstein von Benjamin Thomae 1716 und weiter zum aufwändig barockgeschmückten Kanzelaltar mit Orgel daüber.

Dem Altar gegenüber befindet sich die Patronatsloge mit dem Doppelwappen der Stifter des Kirchenbaus 1716. Links ( Jupiter mit Blitz und Zepter ) Zwitterstocksgewerkschaft und rechts das Wappen des Freiherren Egidius von Alemann.

Von der Mitte der Kirchendecke blickt ein "Gottesauge" mit Strahlenkranz.

 

Ganzjahres-Pyramide am Postplatz

Die Pyramide dreht sich das ganze Jahr. Sie wurde 2007 der Öffentlichkeit übergeben. 

Die Figuren entstanden in den Händen der Schnitzergruppe Schmiedeberg und des Schnitzers Günter Weichelt.

In den Etagen der Pyramide stellen Figurengruppen die historischen Entwicklung der Schmiedeberger dar: Bergleute, Eisenwerker,Waldarbeiter, Bauern, die Kleinbahn, Pfarrer, Lehrer, das Adelspaar Alemann und ganz oben die Posaunenbläser. Zur Weihnachtszeit ziehen in der unteren Etage Krippenfiguren ein. Am 1. Advent wird mit dem Anschub ein schon traditionelles Pyramidenfest gefeiert.

Eine Interessengemeinschaft organisierte den Bau der Pyramide und betreut sie regelmäßig.

 

Eisenbahn-Bau

Mit dem Bau der Eröffnung derWeißeritztalbahn 1882 bekam die Wirtschaft Schmiedebergs wirksame Impulse. Für Eisenwerk, Forst, Handel und Fremdenverkehr erschlossen sich bessere Bedingungen.

Die Bahntrasse führte durch den Ort, der Straße entlang. Der alte Bahnhof entstand auf dem Marktplatz (Penny-Markt). Schon wenige Jahrzehnte später stießen Kapazität und Sicherheit von Bahntrasse und Bahnhof an ihre Grenzen. Der stark zugenommene Verkehr zwang zu Veränderungen.

1912 entstanden Pläne für eine neue Streckenführung zwischen Obercarsdorf und Buschmühle. Baubeginn der neuen Trasse mit den neuen Bahnhöfen Naundorf und Schmiedeberg war dann 1920. Ein Viadukt, fast 200m lang, wurde in nur einem Jahr erbaut. Die Vollendung der Trasse dauerte bis 1924. Am 1.12.1924 fuhr der erste Personenzug auf dem neuen Bahnhof in Schmiedeberg ein. Die Empfangsgebäude der Bahnhöfe Schmiedeberg und Naundorf waren von ortsansässigen Bauunternehmen errichtet worden. Mit dem Rückbau der alten Strecke verschwanden die Bauten des alten Bahnhofs bis auf eine Ausnahme. Das Empfangsgebäude wurde fachgerecht demontiert und in einer nahe gelegenen Tischlerei wieder aufgebaut.

 

Eisenbahn-Viadukt

Das imposanteste Bauwerk der veränderten Trasse ist das 191,2 m lange Viadukt über das Pöbeltal. Es führt in geschwungenem Verlauf zwischen den Häusern des Ortes hindurch.

Das Viadukt ist das längste Bauwerk des gesammten Trassenbaus, besteht aus 12 Bögen und ist maximal 9,80 m hoch. Der überwiegende Teil (170m) wurde der optischen Wirkung wegen mit Natursteinen gebaut; Quarzporphyr, der hier heimisch ist und aus dem Steinbruch Buschmühle stammt. Der restliche Teil über die Schenkgasse wurde in Stahlbetonbauweise errichtet.

Die zwei Baufirmen aus Leipzig und Dresden, die den Zuschlag zur Bauausführung erhalten hatten, beschäftigten vorwiegend italienische und böhmische Arbeiter. Das führte zu Protesten des Bauarbeiterverbandes.

 

Bürgerhaus mit Diorama,  Schul-und Heimatmuseum, Bibliothek

Das Gebäude war bis 2002 die Grundschule des Ortes. Die sogenannte "Alte Schule" war  1885 als Volksschule mit zwei Klassenzimmern eröffnet worden.

Heute ist es Treffpunkt für Vereine, Veranstaltungen und Ausstellungen.

Diorama: Zeigt beeindruckend das detaillierte Modell des alten Schmiedeberger Bahnhofs um 1924.  Der Münchner Eisenbahnfreund Martin Brendel hat es in 15jähriger Arbeit nach genauen Plänen und Vorlagen erstellt und 2011 als Schenkung übergeben.

Zugang ins Gebäude zu den folgenden Öffnungszeiten und mittwochs 14.00-18.00 Uhr.

Schul-und Heimatmuseum. Gezeigt wird eine interessante Sammlung aus vergangener Schulwelt. Gut geeignet für eigene Erinnerungen ist neben vielen Schaustücken eine umfangreiche Fotosammlung. Geöffnet donnerstags 15.00-17.00 Uhr.

Bibliothek: Geöffnet montags 13.00-16.00 und donnerstags 15.00-18.00 Uhr

 

Schloss Naundorf

und Landschaftspark mit Aussichtsturm "Otto's Eck"

 

Naundorf wurde bereits 1404 erstmals erwähnt. Mit Sadisdorf gemeinsam wurde in dem Rittergut Landwirtschaft und vor allem Bergbau betrieben. Die Kupfergrube ist wohl das bekannteste Bergbauobjekt.

 

Schloss Naundorf :

Ursprung des Baues um 1500 und wurde zu Beginn des 17.Jh. zum Schloss umgebaut. Schöne bauliche Details (Wappen, Renaissance-Portale) erinnern an namhafte Besitzer wie Schönberg und Bünau.

Bedauerlicherweise befindet sich das Gebäude in sehr schlechtem Zustand und ist nicht zugänglich.

 

Aussichtsturm und Park:

Schon von Weitem talabwärts zieht der Aussichtsturm "Otto's Eck" Blicke auf sich. Der romantische Bau, 1867 vom Besitzer Eduard Otto errichtet, bildet den Höhepunkt eines herrlichen Landschaftsparkes.

Der Heimatverein "Otto's Eck"engagiert sich mit großem Einsatz um Park und Turm.